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21.02.12 13:24 Alter: 6 yrs
Blog Coaching Kategorie: Blog Coaching

Das Leben am Limit – Liquiditätsengpässe bei Zahnmedizinern Teil 1

Auszug aus dem Buch „Unternehmen Zahnarztpraxis – Bausteine des Erfolgs“ (Verlag Springer / Heidelberg) von Uwe Schäfer (Vorstand Health AG) und Franco Tafuro (Tafuro & Team)

Der Jahresanfang ist in vielen Praxen auch der Zeitpunkt „überreizter“ Kontokorrent-Darlehen. Der „Dispo“ ist überzogen bzw. die Praxis „schlängelt am Limit“ entlang. Gründe dafür gibt es viele – wir wollen heute einen Auszug aus dem Buch „Unternehmen Zahnarztpraxis – Bausteine des Erfolgs“ (Verlag Springer / Heidelberg) von Uwe Schäfer (Vorstand Health AG) und Franco Tafuro (Tafuro & Team) vorstellen, in dem ausführlich Licht ins Dunkel gebracht wird.

BWA = Die betriebswirtschaftliche Auswertung
Die „BWA“ zeigt, wie viele und welche Einnahmen die Praxis hatte und welche Ausgaben. Dabei werden nur tatsächliche Zahlungen (bar oder über das Konto) berücksichtigt. Die BWA zeigt im Endeffekt nur den Gewinn als Größe aller Einzahlungen minus aller Auszahlungen.
Da die meisten Zahnärzte Einnahme-Überschussrechner sind, ist die Aussagekraft der BWA in Bezug auf den tatsächlichen Praxiserfolg sowie auf die Praxisliquidität limitiert. Wenn z. B.  zum Jahresende eine große Laborrechnung nicht bezahlt wird, obwohl alle Arbeiten beim Patienten eingesetzt und diese auch vom Patienten noch im alten Jahr bezahlt wurden, stellt sich der Gewinn lt. BWA zu hoch dar. Umgekehrt passiert es oft, dass zwar alle Rechnungen von der Praxis zum Jahresende noch bezahlt werden, aber noch viele Patientenrechnungen offen sind. Dadurch wird in der BWA ein niedrigerer Gewinn gezeigt.

Umsatz
Als Umsatz betrachtet man bei einer Praxis nur die Praxiseinnahmen. In den Umsatz fließt nicht ein, dass eine Behandlung unter Umständen bereits erbracht und auch in Rechnung gestellt wurde, diese Rechnung dann aber noch nicht bezahlt ist. Nur bezahlte Rechnungen sind Umsatz.  

Gewinn
Vom Umsatz zu unterscheiden ist der Gewinn. Dieser wird dadurch ermittelt, dass vom Umsatz die Praxisausgaben zuzüglich der Abschreibungen abgezogen werden. Nicht bezahlte Rechnungen von Lieferanten und Laboren gelten nicht als Kosten / Ausgaben. Von daher sollte eine Praxis die zu Jahresende einen kleinen Gewinn zeigen möchte, die erhaltenen Rechnungen noch möglichst im alten Jahr bezahlen.

Cash Flow – wie viel Geld erwirtschaftet die Praxis?
Cash Flow heißt übersetzt Zahlungsfluss. Der CF stellt im Endeffekt die Veränderung des Kontostandes dar. Das Ziel eines jeden Unternehmers ist es, einen positiven Cash Flow zu erwirtschaften, d. h. mehr einzunehmen, als auszugeben.
Der Gewinn und der CF unterscheiden sich. Aus dem Gewinn der Praxis müssen nämlich noch andere Sachen bezahlt werden. So z. B. die Tilgungen für Kredite, die Steuern, Vorsorgeaufwendungen wie Lebensversicherungen oder die Zahlungen für das Versorgungswerk. Dies sind alles Zahlungen, die nicht in der Einnahme-/Überschuss-rechnung der BWA stehen, aber den zur Verfügung stehenden Betrag für die privaten Entnahmen deutlich verringern.
Merke: Der Gewinn entspricht nicht dem verfügbaren Einkommen!

Im zweiten Teil dieses Artikels werden die Stichpunkte

  • Liquidität geht vor Rentabilität geht vor Umsatz
  • Leistungsstundensatz    und
  • Factoring

besprochen werden.