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18.08.11 15:23 Alter: 6 yrs
Blog Coaching Kategorie: Blog Coaching

Schlüsselfaktor: Teamführung

Die folgende Reihe wird von Franco Tafuro und Nicole Franzen, den Autoren des Buchs „Unternehmen Zahnarztpraxis –Bausteine des Erfolgs“ vorgestellt, das im September 2011 im Springerverlag Heidelberg erscheint.

Ein Schlüsselfaktor für eine erfolgreiche Praxis ist heute mehr denn je ein sehr gutes Team mit engagierten Mitarbeiterinnen. Das aus den einzelnen Mitarbeiterinnen ein gutes Team wird – und somit „1+1 = 3“ wird – ist eine der wichtigen Aufgaben des Unternehmers und Zahnarztes.

Gute und gezielte Teamführung wird sicher eine Schlüsselqualifikation für erfolgreiche Zahnärzte, und diese Qualifikation wird umso wertvoller, je mehr Mitarbeiter die Praxis hat.

Motivation
Eine bewusste und nachhaltige Mitarbeiterführung verlangt vom Zahnarzt als Führungskraft aber auch grundsätzliche Kenntnisse über die Motivation von Mitarbeiterinnen. Bewährt hat sich als Motivationstheorie die „2 Faktoren Theorie“ von Herzberg. Herzberg unterscheidet genau zwei Arten von Einflussgrößen: auf der einen Seite alle Faktoren, die auf den Inhalt der Arbeit bezogen sind (Motivatoren), und auf der anderen Seite jene, die auf den Kontext der Arbeit bezogen sind (Hygienefaktoren).“

„Hygienefaktoren“ sind hierbei jene Faktoren, welche bei positiver Ausprägung die Entstehung von Unzufriedenheit verhindern, aber nicht zur Zufriedenheit beitragen bzw. diese erzeugen. Oft werden Hygienefaktoren nicht bemerkt oder als selbstverständlich betrachtet. Sind sie jedoch nicht vorhanden, empfindet der Mitarbeiter dies als Mangel. Beispiele von Hygienefaktoren sind z.B.:

- Der Lohn bzw. das Gehalt,
- Die Personalpolitik der Praxis sowie der Führungsstil und Arbeitsbedingungen in der Zahnarztpraxis,
- Die zwischenmenschlichen Beziehungen zu Kollegen und Vorgesetzten,
- Die Sicherheit der Arbeitsstelle und
- Der Einfluss des Arbeitsplatzes auf das Privatleben, durch z.B. Überstunden, Wochenend- oder späte Arbeitszeiten.

Motivatoren dagegen beeinflussen die Motivation der Mitarbeiter zur Leistung selbst und kommen schwerpunktmäßig aus dem Arbeitsinhalt. Motivatoren verändern also die Zufriedenheit, ihr Fehlen führt aber nicht zwangsläufig zur Unzufriedenheit. Das Streben nach Wachstum und Selbstzufriedenheit steht hier im Mittelpunkt. Zu den Motivatoren zählen insbesondere

- Gefühlte bzw. wahrgenommene Arbeitsleistung und Erfolg,
- Anerkennung durch Führungskräfte, Kollegen oder auch Patienten,
- als sinnvoll und wichtig wahrgenommene Arbeitsinhalte,
- Verantwortung,
- Aufstieg und Beförderung sowie
- Wachstumsmöglichkeiten


Was hat ein Zahnarzt für konkrete Führungsaufgaben?

1. Natürlich muss er – ähnlich der Aufgabe eines Teammanagers im Fuß- oder Handball – die passenden Mitarbeiterinnen auswählen und im Rahmen seines zur Verfügung stehenden Budgets gewinnen.

2. Dabei gilt es zu beachten, dass er aus Gründen der Wirtschaftlichkeit wie auch der gesunden Hierarchie wegen sein Team aus motivierten „Indianern“ und „Häuptlingen“ gleichermaßen zusammenstellt. Jährlich muss er sich zudem fragen, welches Budget er als Gehaltserhöhung insgesamt zur Verfügung hat – und wie er dies verteilt.

3. Er muss danach die jeweiligen Aufgabenbereiche den einzelnen Mitarbeiterinnen zuordnen und Zuständigkeiten, Verantwortungs- und Kompetenzbereiche definieren.

4. Die einzelne Mitarbeiterin sollte er danach „fördern und fordern“, Ihre Persönlichkeit sowie Ihre Kompetenz erfassen können.

5. Und er muss sich in den verschiedenen Teamphasen zeigen und seiner Aufgabe im „Teamforming“ gerecht werden, um aus einzelnen Mitarbeiterinnen immer wieder ein leistungsstarkes Team zu formen.