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03.01.12 12:00 Alter: 6 yrs
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GOZ-Reform 2012

Im November wurde die Neufassung der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) abgesegnet. Damit tritt die GOZ-Reform zum 01.01.2012 in Kraft.

Diese Novelle soll das Gebührenverzeichnis der GOZ an die medizinischen und technischen Entwicklungen anpassen. Bisher gehäuft auftretende gebührenrechtliche Streitigkeiten sollen beseitigt und die allgemeinen Gebührenvorschriften weiterentwickelt werden. Vorgesehen ist eine Steigerung des zahnärztlichen Honorars in Höhe von insgesamt 6 Prozent; dies entspricht jährlich einem Betrag von 345 Mio. Euro bzw. etwa 5.000,00 Euro pro Zahnarzt. Die errechnete Steigerung bezieht sich auf das Jahr 2008. Dieser Honorarzuwachs wird jedoch durch Inflation und Kostensteigerung in den Jahren 2009 bis 2011 relativiert.
 
Die wichtigsten Änderungen im Überblick:

 
§ 2 Abweichende Vereinbarung
Zukünftig dürfen keine abweichende Punktzahl und kein abweichender Punktwert vereinbart werden. Nur noch der Steigerungssatz kann demzufolge erhöht werden. Zudem dürfen Notfall- und akute Schmerzbehandlungen nicht vom Abschluss einer Vergütungsvereinbarung abhängig gemacht werden.
§ 10 Fälligkeit und Abrechnung der Vergütung, Rechnung
Die in § 10 Abs. 1 GOZ geregelte Rechnungsstellung erfährt eine gravierende Änderung. War bislang die zahnärztliche Vergütung fällig, wenn eine „der GOZ entsprechende Rechnung“ erteilt worden ist, muss ab dem 01.07.2012 ein bestimmtes Rechnungsformular verwendet werden. Es befindet sich in der Anlage zur neuen GOZ und muss unverändert benutzt werden. Bereits jetzt sind die Umstellung der EDV sowie die Einarbeitung des Praxispersonals erforderlich, damit im Sommer nächsten Jahres ein reibungsloser Übergang zum neuen Formular erreicht werden kann.


 § 12 Überprüfung
Der neu eingefügte § 12 berechtigt und verpflichtet die Bundesregierung zur Überprüfung der Auswirkungen der GOZ. Stellt sich der tatsächliche Honorarzuwachs im Jahr 2015 höher dar als die vom Gesetzgeber geplanten 6 %, wird er nach unten korrigiert.


Keine Öffnungsklausel
Die heftig umstrittene Öffnungsklausel hat keinen Eingang in das Gesetz gefunden. Die privaten Krankenversicherer haben dadurch weiterhin keine Möglichkeit, die festgesetzten Gebührensätze zu unterschreiten.

 

Die wichtigsten Änderungen im Gebührenverzeichnis:

 
Neue Ziffer 1040: Professionelle Zahnreinigung
Die professionelle Zahnreinigung bekommt eine eigene Gebührenziffer. Es dürfen 28 Punkte pro Zahn abgerechnet werden, was bei einem 2,5-fachen Satz einem Betrag von 3,60 € pro Zahn entspricht.
 
Schmelz- und dentinadhäsive Seitenzahnfüllung
Die Schmelz- und dentinadhäsiven Seitenzahnfüllungen erhalten ebenfalls eigene Gebührenziffern. Die Analogabrechnung nach Ziffern 215-217 erübrigt sich dadurch.

Provisorisches Inlay und Wundverschlussplastik
Auch das Provisorische Inlay (aus Ziff. 219 werden Ziff. 2190, 2195 und 2197) sowie die Wundverschlussplastik (Ziff. 3100) bekommen jeweils eine eigene Gebührenziffer.


Fazit
 

Die Änderungen im Gebührenverzeichnis sind umfangreich. Es empfiehlt sich daher die Lektüre einer Synopse sowie die Einarbeitung und Schulung des Abrechnungspersonals. Die berechnete Verbesserung des Honorars um 6 % wird nicht durch eine Erhöhung des Punktwertes erzielt, sondern durch die Höherbewertung einzelner Leistungen. Um den bestmöglichen Honorarzuwachs zu erreichen, sind daher detaillierte Kenntnisse des neuen Gebührenverzeichnisses erforderlich.