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19.05.09 16:39 Alter: 1 yrs
Blog Finanzen Kategorie: Blog Finanzen

Indexfonds sind Krisengewinner

Ungeachtet der Turbulenzen an den Finanzmärkten wächst der Markt für Indexfonds rasant. Die Produkte überzeugen die Anleger, weil sie einfach, transparent und kostengünstig sind.

Der Markt für Indexfonds ist im Jahr 2008 deutlich gewachsen. Das Marktvolumen kletterte nach Angaben des Finanzdatenanbieters Bloomberg von 64 Milliarden Euro Ende des Jahres 2007 auf gut 81 Milliarden Ende 2008.
Im Januar stieg das Volumen auf 84,4 Milliarden Euro. Der deutliche Wertverlust vieler Produkte wurde dabei durch erhebliche Mittelzuflüsse weit mehr als nur kompensiert.

Indexfonds bilden einen Index wie zum Beispiel den Dax genau nach. Sie bedürfen daher keines teuren Fondsmanagements und sind deswegen günstiger als aktiv verwaltete Fonds. Indexfonds sind zu dem einfach nachzuvollziehen, weil ihre Entwicklung genau jene des entsprechenden Index abbildet.

Eine bessere Rendite als den Index kann der Anleger damit also nicht erzielen, aber auch keine schlechtere.
Da Indexfonds stets über die Börse gehandelt werden, entfällt für den Anleger der teure Ausgabeaufschlag, der beim Kauf von Fonds in der Bankfiliale üblicherweise anfällt. Die Marktentwicklung von Indexfonds in Deutschland war daher auch schwierig, weil der Vertrieb in den Banken nur ungern auf die Provision beim Verkauf klassischer Fonds verzichten wollte und daher den Anlegern nur selten zum Kauf von Indexfonds riet.

Aber auch die meisten aktiv gemanagten Fonds können mittlerweile ohne Ausgabeaufschlag über die Börse gehandelt werden.
Erst im Frühjahr 2000 startete in Deutschland der Handel mit Indexfonds an der Deutschen Börse. Die britische Bank Barclays brachte unter den Namen iShares zwei Indexfonds auf den Euro Stoxx 50 und den Stoxx 50 auf den deutschen Markt. Mittlerweile gibt es alleine vom Marktführer iShares in Deutschland 130ETFs. Insgesamt können im elektronischen Handelssystem Xetra 405 Indexfonds börsentäglich gehandelt werden.
Der Klassiker sind dabei die großen Aktienfonds. Die Partizipation am Dax ist mit einer jährlichen Verwaltungebühr von 0,15 Prozent möglich. Eine Partizipation am M-Dax und Tec-Dax ist bei iShares für eine jährliche Gebühr von 0,52 Prozent möglich. Aber auch sehr viele andere europäische, amerikanische und asiatische Aktienindizes lassen sich mit Indexfonds abbilden. Gegenüber Indexzertifikaten haben sie dabei den Vorteil, dass Indexfonds als Sondervermögen im Fall der Insolvenz des Emittenten geschützt sind, was bei Zertifikaten als Inhaberschuldverschreibung nicht der Fall ist. Indexfonds haben daher Indexzertifikaten den Rang abgelaufen.
Zertifikate kommen meist nur noch zum Einsatz, wenn eine Partizipation mit Indexfonds in einer Region noch nicht möglich ist oder die Anleger nicht das volle Kursrisiko eines Aktienindex tragen wollen und daher Bonus-, Discount- oder Garantiezertifikate bevorzugen, die das Risiko des Kapitalverlustes abmildern oder ganz ausschalten.

Die Dominanz der Aktienindizes unter den Indexfonds geriet angesichts der Kursstürze am Aktienmarkt zudem ins Bröckeln. Mittlerweile entfällt mehr als ein Drittel des ETF-Marktes in Deutschland auf Produkte jenseits der Aktienindizes. Besonders hervorgetan hat sich dabei der Indexfonds der Deutschen Bank auf den Eonia Total Return Index, der mittlerweile ein Anlagevolumen von mehr als 5 Milliarden Euro erreicht hat – so viel wie kein anderer Indexfonds in Europa. Für eine jährliche Verwaltungsgebühr von 0,15 Prozent partizipieren die Anleger an der Entwicklung des Index, der den von der Europäischen Zentralbank festgestellten effektiven Tagesgeldsatz im Interbankenhandel wiedergibt. Im vergangenen Jahr kletterte der Index um 4,3 Prozent. Da er immer beharrlich steigt, erfreute sich diese Form der Geldanlage in den unsicheren Börsenzeiten besonderer Beliebtheit.

Die erhebliche Ausweitung des Produktangebots im vergangenen Jahr um 121 Indexfonds hat dazu geführt, dass immer mehr Anlageklassen über Indexfonds investierbar werden. So kann in den Traxx, der die Absicherungskosten für den Ausfall von Anleihen misst, ebenso investiert werden wie in Rohstoffkörbe,
Staatsanleihen, Pfandbriefe oder Währungen. Auch verschieden Strategie-ETFs sind bereits erhältlich, zum Beispiel um auf fallende Indizes zu setzen oder mit höherem Risiko gehebelt in Indizes zu investieren.  

Bei Interesse stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Herzlichst, Ihr Riccardo Wilczynski