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27.10.11 13:25 Alter: 6 yrs
Blog Coaching Kategorie: Blog Coaching

Für jede Aufgabe automatisch die richtige Mitarbeiterin finden

oder:

Das Registerprinzip in der Mitarbeiterführung

 Aus jahrelangen Erfahrungen in der Mitarbeiterführung wissen wir und Sie sicherlich ebenso: wir können nicht jeden Mitarbeiter gleich behandeln. Um wirklich erfolgreich delegieren zu können, müssen wir die Aufgabenart sowie die Genauigkeit der Informationen über das zu Erledigende auf die Fähigkeiten und auch auf die Kompetenzen der einzelnen Mitarbeiterinnen abstimmen. Ein einfaches, aber sehr wirkungsvolles Instrument ist dafür das Registermodell, das Mitarbeiter in vier Kategorien einstuft. Je nach Register können bestimmte Aufgaben auf passende Art und Weise delegiert werden.

Register 1 erledigt Massenaufgaben.
Ein Arbeitsauftrag an Register 1 hört sich beispielsweise so an: Nehmen Sie dieses Instrument und bereiten Sie morgen früh ab 8 Uhr die PA-Behandlung in Zimmer 1 vor. Ich komme 5 Minuten vorher vorbei und bespreche dies mit Ihnen. Bitte wenden Sie sich bei Fragen an die Ersthelferin Frau X. Register 1 erhält von Ihnen das Werkzeug, die Anfangs- und Endzeit sowie je nach Umfang ihres Auftrages eine Zechenkontrolle und sogar noch eine Mentorin, die mit ihr diese Dinge durchzugehen hat. Sie selbst hat nur die Verantwortung für die Durchführung. An Mitarbeiterinnen vom Typ Register 1 können Sie nur Massenaufgaben delegieren, sonst ist der Delegationsaufwand im Vergleich zu der geleisteten Arbeit zu groß und Sie selbst werden nicht wirklich entlastet.

Register 2 bearbeitet Massen- und Routineaufgaben:
Ein Arbeitsauftrag an Register 2 hört sich beispielsweise so an: Beginnen Sie morgen um 8 mit dem Vorbereiten der PA-Behandlung, sodass Sie mir alle entsprechenden Scaler inklusive den Laser und Spüllösungen bereitstellen. Seien Sie bitte um 12 Uhr fertig. Bei Schwierigkeiten fragen Sie bitte Frau Meyer, die gegen 10 Uhr erreichbar ist. Register 2 bekommt zwar noch Anfangs- und Endzeit genannt, hat aber die Gestaltungsverantwortung. Sie entscheidet selbst, wie sie den Auftrag durchführt. Neben Massenaufgaben können Sie an Register 2-Mitarbeiterinnen auch Routinetätigkeiten delegieren.

Register 3 bearbeitet Spezial- und Detailaufgaben:
Ein Arbeitsauftrag an Register 3-Mitarbeiterinnen hört sich beispielsweise so an: Um 13 Uhr kommt das Labor für die Teleskoparbeit bei Herrn Meyer. Bitte sorgen Sie dafür, dass da bis dahin alle Vorbereitungen getroffen sind, sodass wir mit FU- und Bissnahme beginnen können. Dieser Mitarbeiterin reicht es zu wissen, welches der nächste Schritt in der Prozesskette ist. Sie hat die Zielverantwortung. An ihr delegieren sie am besten Spezial- und Detailaufgaben. Stichprobenartig sollten sie jedoch trotzdem kontrollieren, Erfolge – ganz wichtig – aber auch loben.

Register 4 bearbeitet eigenständig Projekte:
Ein Arbeitsauftrag an Mitarbeiterin 4, Register 4, hört sich beispielsweise so an: Hier ist das Projekt Recall für den Monat November. Halten Sie bitte das Aussendedatum (10.11.) ein. Ich übergebe Ihnen die komplette Verantwortung. Wenn es Fragen gibt, kommen Sie gerne auf mich zu. Mitarbeiterin Register 4 trägt also die komplette Projektverantwortung. An ihr sollten komplexe Aufgaben und Projekte delegiert werden. Eine Kontrolle ist fast nicht mehr nötig.

Wenn Ihnen dieses Modell zusagt, dann gehen Sie doch einmal alle ihre Mitarbeiterinnen durch und überlegen Sie, mit welchem Registertyp Sie es eventuell zu tun haben. Bedenken Sie dabei aber, dass viele ihre Mitarbeiterinnen sich, je nach Position und Aufgabenfeld, verändern bzw. verändern sollten. Aktualisieren Sie die Registerzuordnung dann dementsprechend mindestens einmal pro Jahr, am besten in Kombination mit ihrem Zielgespräch.