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19.01.09 18:24 Alter: 2 yrs
Blog Zahntechnik Kategorie: Blog Zahntechnik

Fallen im Labor

Als ich noch mein Labor hatte, dachte ich, fast alles wäre in Ordnung. Man wird ja mit der Zeit so ein bisschen betriebsblind.

Als ich dann vor drei Jahren meine ersten Kurse in anderen Laboren machte, hatte ich mich gewundert, dass die Einbettmasse mal fester, ein andernmal wieder flüssiger war.

Nach 100 Kursen dachte ich:“So Ehrich, jetzt haste alles erlebt!” – Pustekuchen. Heute sind es 300 Kurse in ca. 300 verschiedenen Laboren gewesen, und ich entdecke immer noch was.

In meinem heutigen Blog werde ich einen kleinen Auszug über die Fallen beim Einbetten zum Besten geben:

Am Anfang hatte ich immer die Waagen im Verdacht. Die Waagen selber sind gar nicht so schlecht wie Ihr Ruf. Die schwäche der Waagen liegt beim Befüllen oder Entfernen von EBM. Wenn Sie also aus Versehen zuviel Pulver in den Topf geschüttet haben, rechnen die Waagen nicht immer exakt runter oder wieder hoch.

Viele Zahntechniker wollen die Waage schonen und packen diese in eine Plastiktüte o.ä. Das hat fatale Folgen. Jede Waage holt sich ihre Messung über die Widerstände der Unterlage, auf der sie steht. Wenn diese nicht gleichmäßig ist oder zu weich, verändern sich die Messwerte. Deshalb kann man statt einer Diät eine Waage auch auf einen weichen Veloursteppich stellen, diese zeigt dann weniger an.

Auch möchte man oft Arbeitsplatten schützen, indem man hier eine PVC Unterlage als Schutz liegen hat. Diese fängt mit der Zeit an, sich zu wellen. Auch hier zeigt eine Waage natürlich falsche Angaben an. Auch dies sind keine Peanuts, sondern 10-20% des Messergebnisses.

Zum Schluss kommt der Hammer. Ich wollte es auch nicht glauben und die Zahntechniker, mit denen ich die Messbecher-Tests mache, schauen auch ziemlich erstaunt. 80% (!!!) der Messbecher in deutschen Laboren stimmen nicht. Bei Ivoclar Messbechern z.B. gibt es bis zu 15% Abweichung. Das muss man sich mal vorstellen, dass die meisten Modelle und auch die zu gießenden Teile später kein richtiges Mischungsverhältnis haben und somit nicht die Größen (Expansionen) haben, die sie haben sollten. Sicher fuchst sich ein Techniker dann mit dem Becher ein und stellt daraufhin seine Liquidkonzentration eben anders ein und dann klappt das auch. Bis zum nächsten Becher... Der ist vielleicht wieder anders.

Die einzigen mir bekannten geeichten Messbecher sind von Weber und Siladent. Auch die Spritzen sind sehr genau, sowie gute Glasbecher aus der Chemie.

Nächstes Thema: Weiß ich noch nicht ;-))