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05.03.12 15:26 Alter: 6 yrs
Blog Coaching Kategorie: Blog Coaching

Das Leben am Limit - Liquiditätsengpässe bei Zahnmedizinern Teil 2

Auszug aus dem Buch "Unternehmen Zahnarztpraxis - Bausteine des Erfolgs" (Verlag Springer/Heidelberg) von Uwe Schäfer (Vorstand Health AG) und Franco Tafuro (Tafuro & Team)

Liquidität geht vor Rentabilität geht vor Umsatz
Dieser Grundsatz der BWL besagt, dass jeder Unternehmer zuerst auf die Liquidität achten muss. Liquide sein bedeutet, zu jedem Zeitpunkt zahlungsfähig zu sein. Wenn die Liquidität gesichert ist, ist es wichtig rentabel zu arbeiten. Es nutzt nichts, wenn ein Praxisinhaber zwar viel Umsatz macht, er aber unter dem Strich kein Geld verdient.

Die Rentabilität wird über praxisspezifische Kennzahlen gemessen. Ziel eines jeden Praxisinhabers muss es sein, die für ihn relevanten Kennzahlen kontinuierlich zu verbessern. Der Umsatz allein sagt somit nichts über den wirtschaftlichen Erfolg aus. Es ist aber richtig, dass der Gewinn bei gleichbleibenden Kosten durch einen höheren Umsatz gesteigert werden kann. Oftmals ist das Potenzial, in einer Praxis den Umsatz zu steigern größer als die Möglichkeiten die Kosten weiter zu senken.

Leistungsstundensatz
Der Leistungsstundensatz errechnet sich aus der Summe der Praxiseinnahmen geteilt durch die Anzahl der geleisteten Arbeitsstunden am Patienten (keine Verwaltungszeiten!). Wenn ein Arzt im Schnitt 30 Stunden die Woche am Patienten arbeitet, in 40 Wochen im Jahr, dann hat er 1.200 Arbeitsstunden patientenbezogen im Jahr geleistet. Wenn der Praxisumsatz im Jahr 360.000 Euro beträgt, dann entspricht dies einem Leistungsstundensatz von 300 Euro pro Stunde.  

Hier muss die Praxis ansetzen, und Ihre konservierenden wie auch sonstigen hochwertigen Leistungen an ihrem Stundensatz abrechnen. Sonst gibt es den Frust am Ende des Monats: viel gearbeitet, eine Menge Patientenfälle gesammelt –nur nicht genügend Überschuss bzw. Liquidität. Leistung muss sich lohnen, Ihre Beratungsleistung bzw. die Ihres Teams ist deshalb eine Kernkompetenz Ihrer Praxis

Factoring
Oft werden wir gefragt, ob sich Factoring trotz Gebühren von 3-4 % überhaupt rechnet. Die Frage ist berechtigt und die Antwort in vielen Fällen, dass es ohne Factoring nicht geht. Viele Praxen benötigen Liquidität, viele Patienten wünschen sich eine Ratenzahlung nicht nur bei der hochwertigen Zahnbehandlung. Das kann Factoring leisten und deshalb auch in vielen Fällen die Gebühr mehr als rechtfertigen.

Doch was ist Factoring genau? Factoring ist der Ankauf von Forderungen. Dabei übernimmt das Factoring-Unternehmen meist folgende Leistungen:

• Patientenbuchhaltung – Übernahme der Erstellung der Patientenrechnungen, des Mahnwesen, Beantwortung von Patientenanfragen zur Rechnung, Erstattungsservice

• Liquiditätssicherung – Auszahlung der „Abrechnung“ zum Wunschtermin, d. h. sofort oder zu einem späteren, individuell bestimmbaren Zeitpunkt

• Risikosicherung – das Factoring-Unternehmen übernimmt das Risiko, dass der Patient die gestellte Rechnung nicht bezahlen kann

Man spricht aufgrund der einzelnen, oft frei buchbaren Leistungspaketen, heute auch vom modularen Factoring. Durch Factoring verbessert sich die Liquidität einer Praxis wie im nebenstehenden Schaubild dargestellt: