Kategorie: Blog Zahntechnik
Wertvolle Tipps für den Laboralltag!
Meine Erfahrungen als Referent aus über 400 Kursen in ebensovielen Laboren und mit den unterschiedlichsten Geräten.
Da ich als TEK-1 Kursreferent in den letzten Jahren über 400 Kurse gegeben habe und das ausschließlich immer in den jeweiligen Laboren, habe ich natürlich auch über 400 Labore gesehen - und vor allem:
Ich habe dort jeweils einen ganzen Tag mit den unterschiedlichsten Geräten gearbeitet.
Da ich selbst über 12 Jahre mit einem eigenen Dentallabor selbstständig war, hatte ich keine Ahnung, wie betriebsblind ich war.
Heute weiß ich es und deshalb möchte ich Ihnen hier einmal einige wertvolle Tipps zur Verfügung stellen.
1. Das Schlimmste gleich vorweg:
70% aller Messbecher stimmen nicht! Ich war geschockt, als ich das festgestelt habe. Auch von namhaften Firmen waren so einige dabei. Ich arbeite mit dem 100ml Messbecher von Siladent. Die sind korrekt und kosten unter 10€.
2. Die Falle mit der Waage:
In einen gut sortierten Laborhaushalt gehört auch eine gute Digitalwaage (30-60 €).
Nur werden diese nicht immer artgerecht gehalten. Manchmal sind sie mit Plastiktüten umwickelt, damit sie nicht dreckig werden. Oder die Waage steht auf einer Wellen schlagenden PVC-Matte, die schon ein paar Jahre Feuchtigkeit aufgenommen hat. In beiden Fällen wird die Waage nicht das korrekte Gewicht anzeigen. Die Waage braucht einen klar definierten Gegendruck von unten. Das hat sie in beiden Fällen oben nicht.
Gipskrümel oder ähnliches sollten ebenfalls vor dem Wiegen entfernt werden.
3. Die Sache mit dem Vakuum bei Anrührgeräten:
Das Vakuum eines Rührgerätes verändert die Expansion einer Einbettmasse. Je mehr Vakuum, desto weniger Expansion und umgekehrt. Bei einem niedrigeren Vakuum habe ich im Modell auch nach Druckeinbettung mehr Hohlräume im Modell. In diese kann die EBM natürlich besser expandieren, da hier Platz ist.
Bei hohem Vakuum werden die EBM mehr komprimiert und die EBM hat es schwer sich komplett auszudehnen.
Im Extremfall kann in verschiedenen Rührgeräten also eine 70%ige Liquidkonzentration bei dem einen Gerät zu einer 75%igen Konzentration und im anderen Gerät zu einer 65%igen Konzentration werden.
Generell sind Geräte zu empfehlen, die einfach an Druckluft angeschlossen werden. Da kann keine Vakuumpumpe oder -schlauch verstopfen. Außerdem sind zweitere viel störanfälliger. Ich habe das bei meinem Kursgerät einmal ausprobiert: Ich habe den Druck bei verschiedenen Einbettungen und gleicher Konzentration verändert und somit auch leicht unterschiedliche Ergebnisse bekommen.
4. Anrührbecher:
Die Lagerung der Anrührbecher ist eigentlich eine klare Geschichte. Sollte man denken. Denn leider werden diese in den Laboren auch nicht immer artgerecht gehalten.
Bitte immer feucht wegstellen, da ausgetrocknete Becher bis zu 2ml aus der angerührten EBM rausziehen können.
5. Druckeinbettung:
Ich bette grundsätzlich mit Druck ein. Sie sparen enorm Zeit auf Dauer, weil Sie auf gut deutsch "arschglatte" Oberflächen haben.
Früher wurde viel mehr mit Druck gearbeitet. Aber irgendjemand hat den Zahntechnikern einmal gesagt, das sei nicht gut.
Vielleicht haben es auch einige EBMs nicht mitgemacht.
Also ich bette grundsätzlich mit max. 3 bar ein. Reicht dicke!! Mehr wird auch gefährlich bei Silikonformen.
Ganz wichtig und bitte beachten: Nach 10 Minuten bitte Druck abschalten, weil dann die Expansion so richtig losgeht und die kann keinen Druck ab. Logisch!
Und der Drucktopf muss furztrocken sein und natürlich ohne Temperatur. In beiden Fällen würde die Expansion nach oben gehen.
6. Anrühren des Silikons im Anmischbecher:
Ich würde das Anrühren im Vakuumanrührgerät einem Mixer vorziehen, da es genauer ist. Es sei denn, Sie beobachten regelmäßig Ihren Dosiermixer, ob der auch gleichmäßig die beiden Komponenten A+B entleert. Regelmäßige Wartung und Pflege ist hier notwendig.
Wenn ich den Anrührbecher fürs Vakuumgerät mit dem Silikon auf der Digi-Waage befülle, kommt bei mir immer zuerst der Katalysator (meistens Komponente B) und dann das Silikon (A) hinterher. Sie haben nach dem Aushärten immer einen trockenen Anrührbecher ohne "Restschmiere". Umgekehrt ist immer so ein Schmierfilm im Topf.
Ich hoffe, der ein oder andere hilfreiche Tipp war für Sie dabei. In meinem nächsten Blog werde ich Ihnen noch einige weitere vorstellen!



